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Was ist Hotboxing eigentlich?
Beim Hotboxing werden rauchbare Substanzen in einem kleinen, möglichst geschlossenen Raum konsumiert, sodass sich der Rauch in der Luft sammelt und von den Anwesenden erneut eingeatmet wird. Dabei entsteht eine besonders hohe Rauchkonzentration im Raum und eine ziemlich dichte Atmosphäre.
Typisch für Hotboxing sind vor allem folgende Merkmale:
- Kleine Räume: Besonders häufig findet Hotboxing in geparkten Autos, kleinen Badezimmern, Zelten, Abstellkammern oder sehr kleinen Zimmern statt.
- Kaum oder keine Belüftung: Türen und Fenster bleiben vorübergehend geschlossen, damit möglichst wenig Frischluft zirkuliert und der angesammelte Rauch nicht entweicht.
- Gemeinsames Erlebnis: Anders als beim Konsum allein findet Hotboxing in der Regel in der Gruppe statt. Der geschlossene Raum wird dabei zum Treffpunkt und die gemeinsame Erfahrung steht im Mittelpunkt.
Woher kommt Hotboxing?
Der Begriff „Hotboxing“ klingt zwar ziemlich modern, die Idee dahinter ist jedoch alles andere als neu. Schon in frühen Kulturen Europas und Asiens wurden geschlossene Zelte oder mit Tierhäuten bedeckte Räume genutzt, in denen Pflanzen auf heißen Steinen erhitzt wurden. Die dabei entstehenden Dämpfe waren Teil gemeinschaftlicher oder spiritueller Rituale.
Was bedeutet „Hotboxing“?
Der Begriff „Hotboxing“ setzt sich aus den englischen Wörtern „hot“ (heiß) und „box“ (Kiste oder geschlossener Raum) zusammen. Gemeint ist damit ein geschlossener Raum, in dem sich dichter Rauch oder Dampf ansammelt – quasi eine „heiße Box“.
Mit der Zeit etablierte sich der Begriff im allgemeinen Slang und wurde insbesondere für das Ansammeln von Tabak- oder Cannabisrauch in nicht belüfteten Räumen verwendet.
Hotboxing in Popkultur und Film
Seinen großen Auftritt in der Popkultur hatte Hotboxing vor allem gegen Ende des 20. Jahrhunderts in Nordamerika:
- Comedy und Film: Kultfilme der 70er-, 80er- und 90er-Jahre – darunter Filme von Cheech & Chong und Stoner-Klassiker wie „Up in Smoke“ – machten Szenen populär, in denen sich eine Autotür öffnet und eine riesige weiße Rauchwolke nach draußen quillt.
- Hip-Hop-Kultur: Mit dem Aufstieg des Hip-Hop in den 90ern wurde Hotboxing Teil der urbanen Ästhetik und tauchte immer wieder in Musikvideos, auf Albumcovern und in Songtexten bekannter Artists auf.
- Social Media: In den letzten Jahren haben Social Media dem Hotboxing zu einem neuen Comeback verholfen. Vor allem in Kurzvideos sorgt der typische „Wolkeneffekt“ für Bilder, die ordentlich Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Macht Hotboxing stärker high? Was sagt die Wissenschaft?
Darüber wird schon lange diskutiert: Macht Hotboxing tatsächlich stärker high oder entsteht das Gefühl hauptsächlich durch die schlechte Luft im Raum? Lange Zeit war das vor allem eine urbane Legende. Inzwischen wurde das Phänomen jedoch auch wissenschaftlich untersucht.
Forscher der Johns Hopkins University analysierten die Auswirkungen von Cannabis-Passivrauch in geschlossenen, nicht belüfteten Räumen. Die Ergebnisse zeigten, dass Passivrauch unter extremen Bedingungen mit sehr hoher Rauchkonzentration tatsächlich messbare Effekte hervorrufen kann.
Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
- Erneutes Einatmen von Cannabinoiden: Ein Teil der im Rauch vorhandenen Stoffe gelangt nach dem Ausatmen wieder in die Raumluft. In einem geschlossenen Raum können diese Stoffe von anderen Personen passiv eingeatmet werden.
- Schlechte Luftqualität und Verbrennungsprodukte: In einem stark verrauchten, schlecht belüfteten Raum können unter anderem Kohlendioxid und Kohlenmonoxid ansteigen. Kopfschmerzen, Schwindel oder Benommenheit müssen deshalb nicht ausschließlich auf die konsumierte Substanz zurückzuführen sein.
- Belüftet vs. unbelüftet: Die Untersuchungen zeigten deutliche Unterschiede zwischen belüfteten und unbelüfteten Räumen. Durch die Belüftung sinkt die Konzentration von Cannabisrauch und seinen Bestandteilen in der Raumluft erheblich.
Was du beachten solltest: Belüftung und Risiken geschlossener Räume
Hotboxing mag als gemeinsames Erlebnis mit Freunden seinen Reiz haben. Eine hohe Rauchkonzentration in einem schlecht belüfteten Raum bringt allerdings auch gesundheitliche Risiken mit sich, die nicht unterschätzt werden sollten.
Luftqualität und Reizung der Atemwege
Das größte Problem beim Hotboxing ist die schnell schlechter werdende Luftqualität im Raum:
- Reizung von Augen und Atemwegen: Eine hohe Konzentration von Rauchpartikeln kann die Augen reizen, Tränen verursachen und zu Trockenheit oder Reizungen im Hals und in den Atemwegen führen.
- Kohlenmonoxid (CO): Bei Verbrennungsprozessen kann Kohlenmonoxid entstehen und sich in schlecht belüfteten Räumen anreichern. Mögliche Symptome sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit oder Schwindel. Treten solche Beschwerden auf, solltest du den Raum verlassen beziehungsweise sofort für ausreichend Frischluft sorgen.
Gerüche und Rückstände
Hotboxing hinterlässt nicht nur bei den Anwesenden Spuren, sondern auch im Raum:
- Gerüche in Textilien: Konzentrierter Rauch kann sich hartnäckig in Textilien festsetzen. Autositze, Sofas, Vorhänge oder Kleidung können den Geruch aufnehmen, insbesondere wenn anschließend nicht gründlich gelüftet wird.
- Rückstände auf Oberflächen: Rauch und Verbrennungsrückstände können sich auf Scheiben, Wänden und anderen Oberflächen ablagern. Gerade in kleinen Räumen oder Fahrzeugen kann danach eine gründliche Reinigung nötig sein.
Mit Köpfchen und den richtigen Leuten
Hotboxing zeigt einmal mehr, dass die Cannabiskultur ihre ganz eigenen Rituale und Formen des Zusammenseins hervorgebracht hat. Wie bei allem, was mit Rauch und Verbrennung zu tun hat, gilt auch hier: Ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang geht vor jedem Trend.
Wer sich in einem stark verrauchten Raum aufhält, sollte darauf achten, dass sich alle Beteiligten wohlfühlen, und rechtzeitig für Frischluft sorgen. Aufeinander und auf die Umgebung zu achten, gehört schließlich genauso zu einer entspannten Runde wie alles andere.